Kurt kommt unter den Hammer

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Nun war es soweit: Die Auktion der Fahrzeuge!

Nachdem wir Samstag unseren Kurt komplett ausgeräumt hatten liessen wir ihn nochmal gegen ein paar Dalasis waschen und reinigen…naja, in Wirklichkeit fragte der gute Mann ob er unsere Lappen und Handfeger aus dem Auto nutzen konnte und als wir nach einer Stunde los wollten war Kurt einmal von aussen „abgewischt“…

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Wir reihten uns in die Kolonne ein und rollten alle gemeinsam ins Independence-Stadium. In 4er-Reihen stellten sich alle auf dem Vorplatz und schon begannen die ersten Interessenten durch die Aufstellung zu schleichen. Bei uns war nahezu niemand, der Interesse am T4 bekundete. Das war ein etwas komisches Gefühl.

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Dem einen oder anderen konnten wir dann doch noch ein paar Details zu Kurt vermitteln und wir lernten so unsinnige Details, dass getönte Scheiben in Gambia verboten seinen, man aber einen jährlichen Betrag zahlen kann, um sein Auto trotzdem so zu fahren…Bei uns ist es ja Folie welche entfernt werden könnte, also kein Problem!

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Als erstes kam ein mitgebrachtes Bobby-car unter den Hammer, welches von einem der Rallye-Teilnehmer ersteigert und einem kleinen Jungen aus dem Publikum geschenkt wurde. Der kleine Mann war sicher heute nicht mit der Vorstellung gestartet mit neuem Fahrzeug nach Hause zu fahren…

Dann ging es richtig los, das erste Rallye-Fahrzeug rollte vor die wartende Menge und der Auktionator quarkte in sein Megaphon: „Attention! Ford Mondeo, Starting-price 30000 Dalasis!“ Die potenziellen Käufer steigerten den Preis in 1000er Schritten (ca.120,-€) und nach einigen Minuten war die Nummer 703 unter dem Hammer.

Während wir anfänglich noch im Schatten sassen, kletterte die Sonne erbarmungslos immer höher an den Himmel und begann uns zu kochen.

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Und dann kam Kurt! (…ohne Helm und ohne Gurt). Almuth fuhr unseren Bus vor die Menge und es ging los: „Attention, weeedouubleyuuuu, tiiifoor, foohrciilder, staartinpraiss ziertifeif…!“
Wir waren gespannt und es ging los. Erst etwas verhalten und dann die ersten Sprünge von 46000 direkt auf 70000 und dann weiter über die 100000er-Marke, welche jedes mal von den Rallyeteilnehmern mit ordentlich Applaus begleitet wurde. Der MDR begann uns zu interviewen und während wir noch unsere bewusst hoch angesetzte Zielmarke von 200000 in das Mikrofon sprachen und ich kurzzeitig meine Umrechenkünste verlor war die Sache schon vorbei, ohne dass wir das Höchstgebot mitbekommen haben. 133000 Dalasis sind es geworden. Der höchste Wert der anwesenden VW-Busse. Ein Ergebnis mit dem wir absolut zufrieden sind. Diese 2995,-€ trägt unser T4 somit zur Gesamtspende für die DBO bei.

Die beiden jungen Käufer waren klasse und freuten sich über ihr neues Taxi. In einen normalen T4 bekommt man hier 14, in einen langen wie unseren sogar 18 Fahrgäste. Wenn man sich dann ausmahlt, dass das Gepäck noch auf das Dach kommt wird Kurt ganz schön zu schleppen haben. Wir haben die Käufer gefragt und können nun den Bus noch bis zu unserer Abreise nutzen.

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Im Anschluss ging es ins „Blue-Kitchen“ etwas essen und auf die Verkündung des Gesamtergebnis warten. Es sind 83500,-€ geworden! Grossartig! Da wir u.a. gestern sehen durften was mit dem Geld geschieht, ist das wirklich ein tolle Gefühl. Zusätzlich sind 3 Fahrzeuge direkt Projekten zugeführt worden uns somit nicht in der Aktionssumme enthalten.

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Da es erst 16Uhr war machten wir uns noch auf einen Krokodil-Pool nebst angeschlossenem Museum zu besuchen. Das Handy navigierte uns zielstrebig zu dem 12km entfernten Punkt. Auf dem Display waren es Strassen, in der Realität sah dies etwas anderes aus, und wir überlegten jedes mal ob wir mit dem T4 durch diese Gasse passen würden und ob Kurt geländegängig genug ist, um uns durch dieses Wohngebiet zu bringen.

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Wir kreisten den Zielpunkt ein, entschieden bei der ein oder anderen Gasse, dass der empfohlene Weg nicht ging und suchten eine Alternative. Und am Ende war da wirklich das Museum + Pool. Für 2 Euro Eintritt schauten wir uns etwas afrikanische Geschichte an und schlenderten dann durch einen wilden Garten zur eigentlichen Attraktion. Da lag ein Krokodil einige Meter vor uns und schien uns nicht zu registrieren. „Don´t touch the crocodile without a guide“ stand auf einem Schild. Ne, wollten wir auch nicht! Aber glücklicherweise gab es ja einen Guide und so kamen wir den Reptilen ganz schön nah. Streichelten sie und schüttelten ihnen die Hand. Nebenbei wurde uns so einiges erklärt und den Tieren etwas Fisch zum Fressen hingeworfen…dann werden sie sogar wirklich aktiv. Beeindruckendes Erlebnis.

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Auf dem Rückweg zum Auto kamen wir an einem kleinen Verkaufsstand vorbei und dort lag doch hinter den Kleiderständern ein 2m langes Krokodil…aus Plastik war ich überzeugt, aber das war nicht richtig. „Das ist immer hier“, erklärte uns Haddy „aber das tut nix. Ein weiteres lebt hier im Abwasserkanal, aber das kommt gerade nicht raus.“ — ne ist klar, Krokodil anstatt Katze.

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Da wir dicht am Cape Point waren, machten wir noch einen Abstecher an den Strand und hatten viele neue Freunde („Hello my friend! Where are you from? Germany? I like Germany!“ Wir schlenderten eine große Runde, beobachteten die Fischer, wie sie ihren Fang an Land brachten und konnten uns mit etwas Mühe davor retten ein paar Pferde streicheln zu müssen.

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Zurück am Auto versuchten wir uns auf dem Weg ins Hotel dicht am Wasser zu halten und wurden auf Nachfrage von 2 Einheimischen durch ein paar Schleichwege geschickt. „Not the right way, but an expierence“, sagten sie lachend. Etwas weiter steuerten wir dann noch eine kleine Bar an, assen toll Benechin und etwas Shrimps bis wir uns später auf in unser Zimmer machten. Ein Tag voller toller Eindrücke!

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Besichtigung der Projekte

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Nun waren wir in Gambia angekommen und es stand einiges auf dem Plan. Als erstes gab es ein kurzes Briefing im Hauptquartier der DBO. Neben der Versteigerung der Fahrzeuge gab es als die Möglichkeit an 2 unterschiedlichen Tagen 5 von der DBO unterstützten Hilfsprojekte zu besichtigen.

Allein die Anfahrt auf das Gelände war ungewohnt. Es ging eine ca 200m lange und unebene Sandpiste entlang. Alle Kinder dieser Strasse nahmen sich jedes der deutschen Autos vor und hofften eines der europäischen Mitbringsel zu ergattern. Mehr als 5 Kinder pro Seite liefen in einem Affenzahn neben unserem Bus her und riefen uns lauthals ihre wenigen deutschen Worte entgegen. Der Rest klopfte an die Hecktüren oder fuhr auf der Stossstange bis zum Tor mit. „Beklemmend“ ist vielleicht das richtige Wort dafür.

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Nach dem informativen Briefing mussten wir Kurt noch auf- bzw. ausräumen, denn die mitgebrachten Hilfsgüter waren für die letzten 3 Wochen Reise tief unter unserem doch so bequemen Kingsize-Bett versteckt. So waren wir früh auf dem Gelände der DBO und packten erstmal aus. Die Hilfsgüter konnten in einen bereitgestellten Container gestellt werden wenn man nicht selbst zu den Projekten fahren wollte…aber wir wollten ja.
Nachdem wir alles für den Container, die Lkw-Werkstatt, unser Hotelzimmer und die jeweiligen Projekte sortiert hatten, waren wir auch schon einmal gar gekocht. Wir brachten schnell einiges ins Hotel und fuhren dann ein wenig durch die wuselnden Gassen. Sehenswert: Früchte, Obst, Hello-Kitty-Fahrräder, grosse Reifen, kleine Reifen, mit und ohne Felge, Kühe, Holzkohle, Brennholz, Ziegen, Alu-Fenster, Nähzeug, Auto- und Mopedwerkstätten, Geldautomat, Metallbau, frisch produzierte Steine….das nur waren die ersten 100m, und alles scheint direkt vor Ort hergestellt zu werden…

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Überall komplett aufgebrauchte Autos als Lieferwagen, Taxi, Familienkutsche etc.! TÜV? Keine Chance! Viele alte Mercedes dominieren, überwiegend als Taxi genutzt, das Strassenbild und lassen bei jeder Beschleunigung eine derart schwarze Wolke stehen, dass die Feinstaub-Diskussion hier noch in sehr weiter Ferne zu liegen scheint.

Am Abend gab es lecker Barbecue im Blue-Kitchen und der Tag war schnell vorbei.

Am kommenden Morgen freuten wir uns auf den Ausflug und fuhren die Strecke mit unserem eigenen Fahrzeug. Als erstes erreichten wir das Aufklärung- und Krankenhausprojekt in Gunjur. Ein Projekt, welches sich aus einer kleinen Behandlungsstation über die Jahre zu einer der wichtigsten Anlaufstellen in dieser Region entwickelt hat. Wie uns erklärt wurde, werden hier neben der Krankheits- und Wundversorgung in der Regenzeit bis zu 150 Malaria-Patienten am Tag behandelt. Es gibt lediglich eine Registrationsgebühr von 25 Dalasis (ca. 60 cent) und die weitere Behandlung bis zur Genesung ist für die Patienten kostenfrei. Während man den Leiter der Station reden hört kreisen die Gedanken…wow, was machen die hier jeden Tag!!

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Weiterhin wird ein grosses Tabu-Thema hier aufgegriffen. Es gibt einen Schulungsraum über sexuell übertragbare Krankheiten, Verhütung, frühe Schwangerschaften, etc. um dieses Wissen nicht nur den Betroffenen zu vermitteln, sondern insbesondere diese als Wissensträger in ihre Familien und Freundeskreise zu schicken.

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Ein Gebäude mit einem „Skill-centrum“ gibt es ebenfalls. Hier sind gesammelte und gespendete Nähmaschinen aufgebaut, nach denen sich das ein oder andere Technik-Museum in Deutschland die Finger lecken würde. Die Frauen lernen hier die das Nähen. Durch das Verkaufen die Stücke wird neues Lernmaterial gekauft.

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Nun waren wir in der tollen Situation, durch Almuths vorherige Abstimmung mit dem Leiter hier vor Ort und der darauf wirklich umfangreichen Sachspende durch Frau Fuldner-Moser als Besitzerin der Fauna & Flora-Apotheke in Oebisfelde, ganz gezielt unseren Beitrag zu leisten. Es war grossartig, dass es die Zeit gab, die mitgebrachten Blutdruckmessgeräte und Vernebeler, sowie das hochwertige Verbandsmaterial persönlich zu übergeben. Und noch einmal grossartiger war es auch dem Auspacken bestätigt zu bekommen, dass dieses hier wirklich benötigt wird. Nochmal vielen Dank nach Oebisfelde bzw. Wolmirstedt.

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Mit diesen Eindrücken ging es weiter zur Kobisala-School nach Sanyang. Was hier mit einem kleinen Schulprojekt für die Schüler des „Kindergarten“ begann ist mittlerweile wirklich gross geworden. In Gambia beginnt die Schulpflicht der Kinder ab 7 Jahren. Eine grosse Problematik ist hierbei, dass in englisch gelehrt wird, jedoch nur wenige der Kinder bis zu diesem Zeitpunkt diese Sprache beherrschen. Somit bleiben viele auf der Strecke, da sie den vermittelten Inhalte nicht folgen können. Hier wurden Kinder ab dem Vorschulalter betreut und mit ihnen gearbeitet.

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Nach jedem Jahr konnte die Schule bisher um einen Klassenraum erweitert werden, um wiederum mit den Kleinsten zu beginnen und die bisherigen Schüler weiter betreuen zu können. Wir lernten einiges über das Schulsystem in Gambia und die Pläne dieser Schule. Als kleine Unterstützung konnten wir dem Schulleiter einen der mitgebrachten Erste-Hilfe-Rücksäcke übergeben, welcher mit Freunde entgegengenommen wurde.

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Dann ging es auf zum nahegelegenen Strand. „Paradise-Beach“…der Name passt. Ein paar bequeme Liegen am weitläufigen Strand, Palmen und ein nettes Restaurant liessen uns dort für einige Zeit relaxen. Wir stärkten uns mit dem „Catch of the day“ und genossen die kurze Pause.

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Etwas später stand das angekündigte Fussballspiel auf dem Plan. Gambia gegen Deutschland. Es war später Nachmittag als sich die Mannschaften auf dem (Tief-)Sandplatz gegenüber standen. Die spontan zusammengewürfelte Truppe der Rallye in Blau gegen die Heimmannschaft in Rot/weiss. Nach einem ehrgeizigen Spiel auf beiden Seiten endete das Spiel 4:3 für Gambia….war es der Heimvorteil??

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Ein großer Teil der Rallyetruppe fuhr anschliessend mit zu einem der Organisatoren auf ein gemütliches Grundstück und liess den Abend bei Feuer, einem Bierchen und netten Gesprächen ausklingen. Die geliebte als auch gefürchtete „Einsande-Liste“ wurde für einen guten Zweck versteigert und erziele einen Erlös von über 300,-€.

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Wir bekamen noch eine kurze Führung über das Gelände und sind uns einig, dass man es so gut in Gambia aushalten kann. …wer wie wir nicht weiss, wo die CashewNüsse herkommen sollte dieses nachholen und einmal den Saft einer dieser Früchte probieren…lecker!
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Die letzte Etappe

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Wie abends angesetzt rollten wir am Donnerstag morgen um 06.20 GMT (wie wir hier gelernt haben: Gambian Maybe Time) vom Hof des Hotels. Dass wir heute 17 Stunden im Auto verbringen sollten, war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz klar – 650 Kilometer, dass geht auf einer deutschen Autobahn deutlich schneller!

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Für die Strecke bis zur Grenze wurden wir wieder von einer Eskorte begleitet, das klappte dieses Mal nicht ganz so hervorragend. So wurden wir in Kurt vom Rest des Zuges abgeschüttelt als wir wie vorgeschrieben auf unseren Hintermann warteten! Welcher anhielt um Öl aufzufüllen. Da standen wir nun mit 2 Fahrzeugen verlassen auf weiter Flur. Dank des mitgeführten Kartenmaterials auf Handy und Papier fanden wir die Grenze dann doch. (Wiedermal war die richtige Straße nicht befahrbar und so fuhren wir auf einer Huckelpiste links und rechts nebenan.)

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Wie wir später erfuhren wird der Konvoi sonst regelmäßig durch einen der mitreisenden Polizisten kontrolliert. Da aber die Grenze zwischen dem Senegal und Gambia seit 6 Wochen geschlossen ist, musste dieser mit unserer Sondergenehmigung vorfahren, damit das Chaos an der Grenze einigermaßen übersichtlich bleiben würde.
Nach der Grenze wurde es unerträglich schwül-warm, 42 Grad im Schatten – wir kochten. Nun mussten wir mit der Fähre über den Gambia River, was für uns kein Problem darstellte, allerdings war eins unserer Fahrzeuge so lang, dass dieses es nicht auf die Fähre schaffte ohne mit dem Heck aufzusetzen. Die Fähre musste erst ablegen, um den Winkel für die Auffahrt zu verringern. Es ging alles gut!

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Die Sonne fing schon langsam an sich zu senken und wir befanden uns nun auf den letzten 200 Kilometern, die Straßen waren gut und alle zwei Kilometer kamen wir durch ein neues kleines Dorf.

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Mittlerweile war es komplett dunkel und plötzlich stoppte der Fahrzeug-Tross rechts neben der Straße, schon wieder eine Pinkel-Pause!? „Alle Lichter aus! Motoren aus!“ , war die Ansage, die wir über unser Funkgerät vernahmen. Gehört, getan. Niemand wusste was los war, bis wir eine neue Ansage durch den Funk hörten. „Der Präsident kommt in 15 Minuten hier vorbei! Keine Fotos, kein Licht, keine Blitze!“ Ok, wir blieben brav im Auto sitzen und beobachteten die volluniformierten und schwerbewaffneten Soldaten, die an unseren Fahrzeugen vorbei gingen. Nach 15 Minuten kam wie versprochen ein Fahrzeug-Konvoi in einem Affenzahn vorbei gerauscht – Von Geländewagen, mit Soldaten und schwerem Geschütz, gesäumt mehrere 3-achsige Hummer-Limousinen. Und weiter ging die Fahrt, nach 120 Kilometern hatten wir dann endlich, müde aber glücklich, unser Ziel erreicht.

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Die Blue Kitchen in Serrekunda, ein Restaurant-Bar-Betrieb der DBO (Dresden Banjul Organisation), in welchem Köche/innen und Servicekräfte ausgebildet werden. Hier wurden wir mit lauter Trommelmusik und Tanz, Spaghetti Bolognese und einem kalten Getränk empfangen. Nach diesem Herzlichen Empfang huschten wir alle recht schnell in unsere Hotelbetten, da am nächsten morgen um 11 Uhr das nächste Briefing anstand und wir alle ganz schön geschafft waren von dem langen Tag.

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Durch den Senegal

bunte-Häuser
Am Morgen des 15.03. starteten wir alle gemeinsam im Konvoi aus Nouakschott. Weit kamen wir leider vorerst nicht: Die Fahrzeugkollone wurde von einem Bus der Organisatoren angeführt, welcher den Lupo schleppte, der leider auf der Strandstrecke zu weit ins Wasser geraten war und sich dort einen Wasserschlag zugezogen hatte. Trotz vieler Wiederbelebungsversuche war hier leider nichts mehr zu machen.
Lupo
Da der Fahrer nach einer Pause vergessen hatte die Zündung wieder anzumachen, rastete beim ersten Versuch einem dicken Schlagloch auszuweichen das Lenkradschloss ein, der Wagen lenkte nun stark nach links und kollidierte mit einem Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn. Glücklicherweise passierte dabei keinem der Insassen etwas!
Unfall
Nachdem die Polizei angekommen war, alles aufgenommen und geklärt hatte, schlug der verantwortliche Polizist ein Lösung ohne Versicherung vor, so dass ein Vergleich gefunden wurde und die Reise nach dieser ungeplanten Unterbrechung weitergehen konnte.
Strasse
Pumba
Kamele
Unser Weg führte uns durch kleine Dörfer, geteerte Straßen, Sandpisten und letztendlich über eine Waschbrettpiste, in der selbst die Schlaglöcher Schlaglöcher hatten, durch einen Nationalpark aus Mauretanien hinaus in den Senegal. Und hier hatten wir auch dann unseren ersten wirklichen defekt am Kurt… Schraube von der Kennzeichenhalterung:
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Während unserer Fahrt änderte sich die Natur kontinuierlich. Die Grasbüschel wurden zu Büschen, diese dann irgendwann zu Bäumen und alles um uns herum wurde grüner.
Ab der senegalesischen Grenze wurden wir von einer Militär-Eskorte zu unserem Quartier für den nächsten Tag, in Saint Louis, der Hauptstadt des Senegals, begleitet. Die Einreise in die Stadt gestaltete sich recht abenteuerliche, da der Präsident zur gleichen Zeit wie wir die Stadt besuchte und der Trubel auf den Straßen somit nochmal größer und alles noch etwas chaotischer war. Wir schafften es aber alle gemeinsam am Hotel/Campingplatz anzukommen, wo schon ein leckeres Abendessen auf uns wartete.
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Der kommende Tag war wieder als Ruhetag eingeplant, so dass wir Zeit hatten uns die Stadt bei Tag anzuschauen. Zu sechst fuhren wir in einem Taxi (ein kleiner Renault) ins Zentrum. Wobei sich die Preisgestaltung als sehr afrikanisch erwies:
4 Personen+Fahrer im 5-Sitzer: 5€,
6 Personen+Fahrer im gleichen PKW 10€.
Diesem unschlagbaren Angebot konnten wir natürlich nicht widerstehen 😉
fischer
Wir schlenderten durch die Straßen, bekamen allerhand „antike“ Masken, Kettchen und Holztiere zum Kauf angeboten, lernten, dass Fliegen auf Fisch nicht unbedingt ein Kriterium für die Frische dieses sind und landeten irgendwann in einer keinen Bar am Flussufer, wo wir ein leckeres Mittagessen bekamen und uns etwas entspannen konnten.
Flamingo
Am Abend badeten wir noch im Meer und Pool am Hotel und gingen früh schlafen. Am nächsten morgen sollten wir um 06.00 von unserer Militär-Eskorte abgeholt werden.
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Ab durch die Wüste!

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Am Mittwoch überquerten wir nun die Grenze zwischen Marokko und Mauretanien. Das fünf Kilometer breite Landstück zwischen den Länder erwies sich als wirkliches Niemandsland, in dem allerhand Müll, zurückgelassene Fahrzeuge und sonst nix zu finden war….und wir eine Straße sehnlich vermissten, denn diese hörte direkt nach dem verlassen Marokkos auf.

Das Prozedere an der Mauretanischen Grenze war langatmig und unkoordiniert. Als wir in der Dämmerung endlich alle über die Grenze waren, fuhren wir noch wenige Kilometer, um dann unser erstes Outdoor-Camp aufzubauen. Das erste mal mit richtiger Düne in unmittelbarer Nachbarschaft.

Am nächsten morgen starten wir früh, fuhren noch 100 Kilometer Teerstraße, um dann rechts von dieser in die Wüste abzubiegen. Als erstes ließen wir ordentlich Luft aus unseren Reifen. So hatte Kurt auf seinen Gummischuhen nur noch 1,2 bar – mit mehr Auflagefläche fährt es sich deutlich besser im Sand.

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Also ging es los. Alle mit platten Reifen dem Führungsfahrzeug (mit einheimischem Guide an Bord) hinterher und versuchten die Tipps der Organisatoren zu beherzigen. Als wir allerdings auf das erste Tief-Sand-Feld trafen blieben etwa 50% der Fahrzeuge stecken. Somit mussten wir alle raus und in der prallen, brennenden Sonne die stecken gebliebenen (inklusive unserem Kurt) aus dem Sand buddeln, schieben und ziehen. Nach etwa 1,5 Stunden hatten wir dann alle frei und konnten die Reise fortsetzten.

Das Fahren auf dem Sand war recht abenteuerlich, weil sich erst nach einiger Zeit ein ungefähres Gefühl dafür einstellte, wie wo gefahren werden musste, wenn man denn die kritischen Stellen vor lauter Staub des Vordermanns auch früh genug sah. Aber mit steigender Fahrkunst stieg auch die Freude am Fahren, so dass wir zum Schluss immer auf doll sandige Pisten hofften 😉

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Die kommenden Tage gestalten sich sehr ähnlich. Wir fuhren, buddelten, schoben, warteten, reparierten tagsüber und schlugen abends gemeinsam ein Camp auf. Für Kurt gab es kein Steckenbleiben mehr und er meisterte mit uns so einige wilde Passagen. Die tiefen Mulden oder harten Kuppen wurden eindeutig von auf der Strecke liegenden Front- und Heckstossstangen angezeigt…. Unterfahrschütze verbogen sich, Stoßdämpferdome rissen aus dem Blech und allerlei kleine Defekte trafen die Truppe. Am Frontera des CAC-Teams wurde in nächtlicher Aktion die Benzinpumpe ausgebaut und ein Kontaktproblem behoben…schnell mit der Flex eine Serviceluke von oben eingeschnitten und schon war der Weg auf das Pumpenmodul frei… Der kleine Combo hatte schon einen Tag vorher seine Unterdruckpumpe eingebüßt.

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Mitten in der Wüste gab es eine Kinovorstellung vom A-Team, zu welcher Popcorn und Eis gereicht wurde!! Die Truppe hatte dies in einer Kompressorkühlbox seit Spanien im Auto gekühlt.

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Nach abgerissenen Kühlwasserstutzen und stehenden Servopumpen ging es mit allen Fahrzeugen weiter. Auf zum Strand! Wir kamen wieder in bewohntes Gebiet und die Kinder des Dorfes strömten zwischen die Fahrzeuge und erhofften eines der kleinen Geschenke zu ergattern.

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Wir warteten auf die Ebbe und dann kam die Überfahrt der Düne an den Strand. Kurze Instruktion und unser Kurt schoss durch den Weichsand auf den festen Strand. Nachdem alle Fahrzeuge durch waren, ging es einige Kilometer direkt oberhalb der Wasserlinie entlang, bis wir mit Schwung die Fahrzeuge wieder einige Meter oberhalb in den Sand brachten, um dort sicher vor der Flut zu übernachten. Wieder schön die Tajine angefeuert und als Bonus die Chilli-Kracher aus Parsau auf den Grill. Sie haben wirklich bis in die Wüste überlebt!!

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Am nächsten Tag war erstmal Freizeit angesagt, denn der Strand war erst so gegen 15:00 wieder befahrbar. Sonnen, Baden, Reparieren….klasse! Nur das Orga-Team hatte etwas zu tun, da ihre Reifen über Nacht komplett untergraben wurden, so dass die Karossen der Busse auf den Sand auflagen…. Spaßvögel…

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Ich konnte eine kleine Runde mit einer Crossmaschine durch die Dünen drehen, der Tag war gerettet….

Dann ging es los. „Seht zu, dass ihr nicht zu viel Wasserkontakt auf der Strecke habt!“
Der Ozean gab einen schmalen Streifen am Strand frei, und wir nahmen Aufstellung. Da ich gestern entspannt am Strand gefahren war, setzte sich Almuth für die zweite Etappe am Strand hinter das Steuer. LOS!

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Circa 20km Strecke galt es zu bewältigen. Kurt nahm Anlauf und schon nach wenigen Metern war klar, dass es anders ist als gestern. Der Strand war an vielen Stellen weich, bzw. das Wasser noch sehr weit oben. Schon nach kurzer Zeit konnten wir mit Schwung an den ersten stecken gebliebenen Fahrzeugen vorbei rauschen. Vollgas im 2. Gang für die ersten Kilometer. Kurt fing an zu schwitzen: 105 Grad Wassertemperatur… Heizung voll auf und alles fing sich wieder. Jede Gelegenheit etwas Leistung rauszunehmen wurde genutzt und die Strecke blieb spannend. Und kein Wasserkontakt war nur ein Witz….. Scheibenwischer waren fast immer an!

Runter ins Wasser um Steckenbleiber zu umfahren, oder mit Schwung oben am Strand vorbei. Pilotin und Co-Pilot waren konzentriert, hielten Ausschau nach der besten Linie, schossen am Ende nochmal durch den weichen Sand, um vom Strand wegzukommen und beendeten diese Passage schließlich ohne Probleme….

Es waren noch nicht viele Fahrzeuge da und jeder wurde bejubelt. Der Mond und zusätzlich auflandiger Wind machten die Fahrt am Strand schwieriger als erhofft.
Lohn war anschließend, dass wir gefragt wurden ob der T4 Allrad hätte und den richtigen Applaus gab es als sich Almuth als Fahrerin outete. Wir waren happy.

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Zwei Fahrzeuge wurden an den Haken genommen: Der tiefergelegte Lupo hatte sich etwas weit ins Wasser gewagt und ein Mitsubishi hat seinen Riemen abgeworfen… Umgebogene Unterfahrbleche wurden direkt gerichtet.

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Der Reifendruck blieb niedrig und wir bewegten uns im Konvoi vom Strand weg. Harte Waschbrettpisten forderten noch einen Reifen inklusive Felge. Dann wurden alle Reifen aufgepumpt und wir machten uns im Dunkeln auf den Weg zum Campingplatz….

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Nun haben wir nach einem Ausflug durch den wilden Strassen- und Marktverkehr der Hauptstadt  Nuakschott ein nettes Lokal (mit WLan) gefunden, und schreiben hier bei leckerem Essen diese Zeilen… Morgen geht es früh auf in den Senegal.

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Auf nach Mauretanien

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Nach unserem Start in Tarfaya haben wir ohne Probleme den Treffpunkt in Dakhla erreicht. Hierzu führte uns die Route immer am Ozean 550km in Richtung Süden. Auf der Strecke durften wir uns mehrfach an den unzähligen Kontrollpunkten der marokkanischen Polizei registrieren, die beliebig in der Wüste aufgebaut waren. Mit den vorbereiteten und ausgedruckten Teamauskünften war dies jedoch immer unkompliziert möglich. Nummer auf Papier paßt zur Nummer auf dem Auto…bitte weiterfahren!

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Wir fuhren 3 der auf der Strecke liegenden Geocache-Punkte an, legten dort eine kleine Fahrerpause ein und schon ging es weiter. Am letzen Punkt machten wir einige Fotos, andere Teams waren schon dort und der MDR filmte und machte Interviews.

Kurz vor Dakhla änderte sich die Landschaft nochmals plötzlich. Nun ist es schon richtiger Wüsten-Flair. Der Campingplatz an dem sich alle Team heute treffen sollten liegt einige Kilometer vor der Stadt. Wir suchten uns eine Ecke in der wir die 3 Fahrzeuge möglichst als Windschutz aufbauen konnten (es half übrigens nix…) und planten den Abend. Grillen und Tajine war angesagt. Dann ab in die Stadt und schnell zu viert zum Einkaufen. Was für ein cooler Markt!

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Gefühlt hängen komplette Tiere von der Decke bis auf den Boden. Es gibt Gemüse in allen Varianten und Fisch, Fisch ohne Ende. Während wir noch überlegen welcher es werden wird, kommt ein Fischer und legt seinen Fang bei einem der Händler auf die Waage: 26kg….und es war nur ein Fisch!
Wir ließen uns eine großes Stück mit den riesigen Messern aus dem Tier schneiden und einen kompletten Red Snaper mit einpacken. Für 1 Dirham (nicht einmal 10 Cent) wurde dieser noch ausgenommen und geputzt. Noch etwas Fleisch und Gemüse und dann zurück zum Campingplatz. Ein großartiges Essen und wenig später lagen alle in ihren Kojen.

Am nächsten Tag gab es um 10:00 ein Briefing vom Orga-Team. Der Tag konnte und sollte dafür genutzt werden die Werkstattstrasse in Dakhla zu besuchen und genügend Wasser und Nahrung für die kommenden 5 Tage einzukaufen und in den Autos zu verstauen. Volltanken nicht vergessen.

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Wir hatten erst einmal ein gutes Frühstück mit Rührei und Bohnen! Danach fuhren wir in die Stadt in die als sehenswert angekündigte Werkstattstrasse, unter anderem auch, um am Frontera ein paar Dinge richten zu lassen.

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Hier wurde an mehreren der Rallye-Fahrzeuge nochmal richtig Hand angelegt. Rahmen schweißen, Unterfahrschutz anfertigen und montieren, Ölkühler provisorisch herrichten, Scheinwerfer-Halterung anschweißen, etc…. Irgendwie geht alles, und das mit den einfachsten Mitteln. Man kann es schwer beschreiben, aber wir haben ja Bilder gemacht. Wir ließen uns noch ein paar Rohrstücke in unterschiedlichen Größen abschneiden, um eventuelle Schlauchschäden unterwegs beheben zu können und bezahlten die 2,-€ mit einem T-Shirt, für das wir sicher auch noch etliche andere Arbeiten hätten machen lassen können….unser T4 stand die ganze Zeit gelangweilt um die Ecke geparkt, da wir nix zu reparieren hatten…gut so!

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Die Menschen und insbesondere die Kinder waren dort heiß auf alles was nicht aus Marokko kommt…Kugelschreiber zauberten das schönste Lächeln ins Gesicht und wenn es gar ein Kuscheltiere war schien die Welt für diesen Moment perfekt zu sein. Schön und gleichzeitig fremd…

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Dann ging es zum Einkaufen. Wir hatten eine Liste und ordentliche Mengen hintere unsere Wünsche geschrieben. Deutlich mehr als 20kg Gemüse wanderte in die Fahrzeuge. Dazu kiloweise Oliven und ca. 60l Trinkwasser pro Auto.

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Wir schlenderten noch zu zweit über den Markt bis hinunter an die „Küstenpromenade“, tranken einen Tee direkt am Wasser und kauften noch etwas Naschwerk für die langen Fahrten in den kommenden Tagen.

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Zurück auf dem Campingplatz wurde erst einmal umgeladen. Wir verstauten alles was wir in der Wüste nicht brauche würden tief im Auto und schafften Platz für das Wasser und Essen. Ein großes Auto bedeutet auch viel Platz, so dass wir nun einen großen Anteil des Proviantes des 6er-Teams an Bord haben. Mal sehen wie sich unser Kurt damit auf weichem Untergrund macht…notfalls muss umverteilt werden!!!

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Als kleinen Vorgeschmack auf die Wüste bließ uns jetzt schon der starke Wind den Sand überall hin, wo man ihn nicht braucht. Das wird sicher nicht besser werden.

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Wir bereiteten alles vor und beschlossen aufgrund des Windes heute in der Stadt zu Abend zu essen. Etwas ferngesteuert landeten wir bei einem „Spanier“, nicht zuletzt weil es eines der wenigen oder gar das einzige Restaurant war, welches Alkohol ausschenken durfte. (Nachdem eine Flasche Wodka für 50,-€ auf dem Campingplatz gehandelt wurde …)

Alles bis auf das Essen war nicht so prickelnd dort. Nicht nur das es ewig dauerte, alles kleckerweise nacheinander an den Tisch kam, sondern der hungrigste von uns wurde auch noch vergessen (nein, ich war nicht der hungrigste)

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Am Campingplatz ging es noch schnell unter die Mitternachtsdusche, die letzte in den nächsten 5 Tagen, und dann ab ins Bett.

Heute früh konnten wir zügig starten, teilten uns kurz zum Brot kaufen und Tanken auf und sind nun auf dem Weg zum Treffpunkt, bevor wir alle gemeinsam im Konvoi nach Mauretanien einreisen. Heute war übrigens der Chuck Norris Witz in der Post….

Somit werden dies auch vorerst die letzten Zeilen sein, denn in der Wüste ist erst einmal Funkstille. Aber unter unserem Live-Tracking könnt ihr in dieser Zeit sehen wo wir uns befinden.

Liebe Grüße aus dem PieMuth-Mobil

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Ich hab ne Tante in Marokko

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Nachdem wir unseren Campingplatz in den Bergen verlassen haben ging es über kurvige Passstraßen zurück in Richtung Küste. Die kleinere Hafenstadt Essaouira war unser Ziel. Wir hatten ordentlich Strecke zu mache, ließen Marrakesch links liegen und genossen die sich abwechselnden Landschaften die sich neben unserer Route erstreckten.

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Der von Phillip beschlossene Plan uns mit einer Tajine zu bekochen wurde vorbereitet und eines dieser Kochgeräte aus Ton auf der Strecke gekauft.

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Als wir an der Küste ankamen war es schon dunkel, so dass wir beschlossen uns bekochen zu lassen. Wir streiften etwas durch die am Hafen liegende Gassen, in denen sich ein Mix aus Einheimischen, Verkäufern, Restaurantbesitzern und angenehm wenigen Touristen tummelte. Es wurde alles Mögliche angeboten, von großartig duftenden Gewürzen, über allerlei Heilkräuter, Schuhe, Schmuck und natürlich auch genügend neonfarbender Plastikkram.

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Nach einem kurzen Erkundungsrundgang fanden wir ein kleines Restaurant, welches wir mit unser 6-köpfigen Gruppe zur Hälfte füllten. Es gab feines aus der Tajine…damit wir die geplanten Kochkünste, in den nächsten Tagen, besser bewerten konnten…
Danach noch ein wenig durch die Gassen, bis wir alle müde in die Fahrzeuge krabbelten.
Am nächsten Morgen ging es wieder auf die Straße. Ziel war wieder das Innenland. Wir hatten uns einen schönen Bogen über den Anti-Atlas ausgesucht, um dort etwas abseits der großen Straßen zu fahren und die „Blauen Steine“ zu besuchen.

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Unterwegs wurde ein leckeres Frühstück eingekauft und dieses einige Kurven weiter gemütlich mit Campingstühlen vor den Autos verputzt. Und dann wieder los auf die Straße…Strecke machen. Es ist eine geniale Landschaft dort und nach jeder Kurve ergibt sich ein neuer Einblick in die Täler des Gebirges. Die Straßen waren klein und eng, so wie wir uns das erhofft hatten.
Als wir in Tafraoute ankamen waren wir über die unzähligen Campingmobile überrascht, die sich auf den riesigen Flächen doch sehr gut verteilten. Wir buchten uns einen „Camping-Platz“ und formierten unsere Wagenburg. Es war extrem windig! Dann noch einmal mit 6 Personen im PieMuth-Mobil in die Stadt auf den Markt: Kohle, Gemüse, Oliven, Fleisch und etwas des feinsten Erdnuss-Öls der Region, um in unserem Nachtlager die Tajine auszuprobieren. Es wurde ein üppiges und leckeres Essen (Danke an den Chef der Tajine und den Grillmeister) und der ganze Abend war mega gemütlich…inklusive Lampion-Kette!!!

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Am kommenden Morgen war der Wind wie abgeschaltet. Als alle wieder fit waren und wir das Frühstück hinter uns hatten, ging es über Schotter und Sandpisten zu den Blauen Steinen. Wirklich sehenswert.

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Wir machten einige Bilder und wollten uns gerade wieder aufmachen, als ein weiteres Fahrzeug der Rallye den Weg hinunter kam.
Nach kurzem Austausch, dass das zweite Fahrzeug dieser Truppe oben im Ort steht und sich gerade den Rahmen schweißen lässt und einigen weiteren Bildern, wollte der neu zu uns gestoßene Geländewagen nicht mehr wie er sollte. Jeweils kurz nach dem starten nahm er kein Gas mehr an und der Motor starb ab.
Haube auf und 8 Köpfe und 16 Hände suchten nach der Ursache….ohne Erfolg.

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Also Werkzeug einpacken, den Patienten an den Haken und dann die staubige Piste wieder zurück in den Ort geschleppt….Als wir den Wagen neben dem fertig geschweißten Dodge abgestellt hatten, machte der Besitzer unglückliche große Augen (der Wagen war unter den beiden Fahrern kurz für den Trip zu den Steinen getauscht worden). Der Fehler war in sekundenschnelle behoben…nachgerüstete Wegfahrsperre….
Also ging es dann um 14:00 Uhr wirklich los. Ziel war Tarfaya an der Küste. Es ging die Berge hinunter. Die geraden Asphaltabschnitte zwischen den unzähligen Kurven wurden länger, das Land flacher und so fuhren wir die letzten 200km der nicht enden wollenden Strecke in der Dunkelheit. Die Fahrbahndecken waren seitlich in großen Stücken herausgebrochen und ermahnten, auch bei breitem Gegenverkehr, mit den rechten Reifen auf der Fahrbahn zu bleiben, um sich nicht gleich alles zu zerstören.
Um 23:00 kamen wir auf einem Campingplatz kurz vor Tarfaya an. Mit dem, was wir in den Fahrzeugen hatten, gab es noch ein Abendessen, welches in der Campingplatzküche zubereitet wurde. (Es sah dort katastrophal aus! Aber die Katze, die über Tisch und Stühle krabbelte, naschte hier ein paar Reste oder leckte da eine Topf aus und sorgte so etwas für Ordnung…)
Heute früh war Duschen angepeilt. Salzwasser, was ja nicht so schlimm wäre, jedoch kalt und dann mit so wenig Druck, dass die Duschbrause nur auf Kniehöhe etwas Wasser preis gab. Unsre für heute geplante Route konnten wir nicht fahren, da die Straße aufgrund eines nächtlichen Unfalls gesperrt war. Der Campingplatzbesitzer zeigte uns eine Handskizze mit alternativer Route, auf der wir uns jetzt befinden. 100km nur am Ozean entlang, ca. 25m von unserm Beifahrerfenster entfernt. Guter Apshalt, wenig Verkehr…was will man mehr 😉

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Marokko – Die ersten Kilometer in Afrika

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Vorgestern um 16 Uhr haben wir pünktlich den Fährhafen Algeciras verlassen und konnten nach einiger Wartezeit, viel Papierkram und vereinzelten Kontrollen am Zoll auch richtig nach Afrika einreisen. Schnell noch etwas Geld gewechselt und dann ging es los.

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Wie angekündigt, trafen wir schon an diesem Abend auf der Autobahn folgendes: Eselskarren, Menschengruppen und Radfahrer, selbstverständlich alle unbeleuchtet, genau wie die Baustellen. Wir fuhren alle gemeinsam auf einen Campingplatz, wo in Auto, Zelt oder Zimmer geschlafen wurde. Am nächsten Morgen machten wir uns nach Dusche und Frühstück auf die Reise.

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Seit gestern reisen wir zu sechst: Wir haben das Rallye Team CAC kennengelernt und beschlossen, dass wir die nächsten marokkanischen Kilometer zusammen bestreiten werden.
Unser erstes Ziel waren die Ouzoud-Fälle. Die Route dorthin führte uns, nach einem kurzen Abstecher auf die chaotischen Straßen Rabats, durch bergige, ländliche Regionen.

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Zum Mittag gab es dann auch Gegrilltes von einem kleinen Stand am Wegesrand-bisher haben es alle gut vertragen 😉 — den Sicherheits-Whiskey gab es erst danach…

Die größte Herausforderung auf unserem Weg zum Campingplatz waren die letzten gut 10 Kilometer, die uns auf Schotter-und Staubpisten den Berg hinauf durch eine Baustelle und über eine nicht völlig vertrauenserweckende Brücke führte (zu dem Zeitpunkt war es glücklicherweise schon dunkel und man konnte nicht richtig ausmachen wie tief es dort hinunter ging). Fahrzeug für Fahrzeug überquerte die Konstruktion.

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Auf dem Campingplatz angekommen grillten und kochten wir gemeinsam unsere leckeren Einkäufe vom Markt.
Heute Morgen waren wir bei den wirkliche beeindruckenden Wasserfällen. Ein weiters Highlight waren, neben dem 110Meter frei fallendem Wasser, die Affen, die dort leben.

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Jetzt sind wir wieder auf der Piste und wollen heute Abend Essaouira an der Küste erreicht haben.

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Auf nach Afrika

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Wir sind wieder auf der Straße und fahren heute über Tarifa in den Fährhafen von Algeciras.

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Hier ist um 13:30 der erste Treffpunkt für alle Teams, um dann gemeinsam nach Afrika überzusetzen. Es wird sicher interessant die letzten Teilnehmer kennen zu lernen und zu hören wie es den Teams auf den ersten 3000km ergangen ist.

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Unser Abstecher nach Portugal war absolut klasse! Die Algarve ist wirklich ein schönes Plätzchen Erde. Es war schön Nicole und ihre Kleinen zu treffen. Vielen Dank für eure Gastfreundschaft, es hat uns unheimlich Spaß gemacht.

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Ein kühles Bierchen direkt am Strand während die Sonne untergeht! Danach sind wir zu fünft lecker essen gewesen und haben den Abend bei einem Gläschen Wein ausklingen lassen.

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Das letze Mal ein europäisches Badezimmer und ein gemütliches Bett für die kommenden Wochen… Die Nacht war früh vorbei und jetzt wir haben die 400km Richtung Fähre unter den Rädern.

Eingekauft haben wir gestern schon und genügend Bargeld ist auch im Bordsafe…

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Hier kommt Kurt

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Es wird Zeit für ein paar Daten und Fakten:

Unser Bus hat ja vor Abfahrt gar keinen Namen abbekommen.

Der Moderator beim Start in Dresden begrüßte mich mit „Na, du bist sicherlich der Kurt?“ nachdem er den Slogan auf unserer Fahrertür gelesen hatte. ….da mussten wir doch nicht lange überlegen.

Also wie macht sich Kurt den so?

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Wir sind nun über 3000km in Europa durch Deutschland, Frankreich, Spanien und Portugal gefahren und bislang ist alles unauffällig.

Es gibt keinen Ölverbrauch.
Kühlwasserstand und Temperatur passt konstant.
Jeden Morgen ein akkurater Kaltstart.
Die Reifen halten ihre Luft (und einen 3. Ersatzreifen haben wir inzwischen auch)
Alle unsere Ladegeräte werden sauber geladen und es sind wirklich viele…
Im Wohnraum ist auch noch alles da wo es hingehört und nix abgerissen.

Die gefürchteten Berge gingen ebenfalls gut. Niemals unter 80km/h bei max 7% Steigung, das passt! Zwischen 8,5 und 9,5 Liter auf 100km gehen dabei durch die Leitungen.

Und nachts haben wir (solange niemand entgegen kommt) ordentlich Licht auf dem Asphalt!

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Das war bislang noch nicht einmal die gesamte Strecke in Europa. Wir haben ein gutes Gefühl, dass es unkompliziert weitergeht. Jedoch wird es spürbar wärmer und die Strassenverhältnisse werden eher bis Richtung Null abnehmen…. Go on Kurt!

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T-Shirt-Wetter und Insekten auf der Fahrzeugfront!

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