Ab durch die Wüste!

Am Mittwoch überquerten wir nun die Grenze zwischen Marokko und Mauretanien. Das fünf Kilometer breite Landstück zwischen den Länder erwies sich als wirkliches Niemandsland, in dem allerhand Müll, zurückgelassene Fahrzeuge und sonst nix zu finden war….und wir eine Straße sehnlich vermissten, denn diese hörte direkt nach dem verlassen Marokkos auf.

Das Prozedere an der Mauretanischen Grenze war langatmig und unkoordiniert. Als wir in der Dämmerung endlich alle über die Grenze waren, fuhren wir noch wenige Kilometer, um dann unser erstes Outdoor-Camp aufzubauen. Das erste mal mit richtiger Düne in unmittelbarer Nachbarschaft.

Am nächsten morgen starten wir früh, fuhren noch 100 Kilometer Teerstraße, um dann rechts von dieser in die Wüste abzubiegen. Als erstes ließen wir ordentlich Luft aus unseren Reifen. So hatte Kurt auf seinen Gummischuhen nur noch 1,2 bar – mit mehr Auflagefläche fährt es sich deutlich besser im Sand.

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Also ging es los. Alle mit platten Reifen dem Führungsfahrzeug (mit einheimischem Guide an Bord) hinterher und versuchten die Tipps der Organisatoren zu beherzigen. Als wir allerdings auf das erste Tief-Sand-Feld trafen blieben etwa 50% der Fahrzeuge stecken. Somit mussten wir alle raus und in der prallen, brennenden Sonne die stecken gebliebenen (inklusive unserem Kurt) aus dem Sand buddeln, schieben und ziehen. Nach etwa 1,5 Stunden hatten wir dann alle frei und konnten die Reise fortsetzten.

Das Fahren auf dem Sand war recht abenteuerlich, weil sich erst nach einiger Zeit ein ungefähres Gefühl dafür einstellte, wie wo gefahren werden musste, wenn man denn die kritischen Stellen vor lauter Staub des Vordermanns auch früh genug sah. Aber mit steigender Fahrkunst stieg auch die Freude am Fahren, so dass wir zum Schluss immer auf doll sandige Pisten hofften 😉

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Die kommenden Tage gestalten sich sehr ähnlich. Wir fuhren, buddelten, schoben, warteten, reparierten tagsüber und schlugen abends gemeinsam ein Camp auf. Für Kurt gab es kein Steckenbleiben mehr und er meisterte mit uns so einige wilde Passagen. Die tiefen Mulden oder harten Kuppen wurden eindeutig von auf der Strecke liegenden Front- und Heckstossstangen angezeigt…. Unterfahrschütze verbogen sich, Stoßdämpferdome rissen aus dem Blech und allerlei kleine Defekte trafen die Truppe. Am Frontera des CAC-Teams wurde in nächtlicher Aktion die Benzinpumpe ausgebaut und ein Kontaktproblem behoben…schnell mit der Flex eine Serviceluke von oben eingeschnitten und schon war der Weg auf das Pumpenmodul frei… Der kleine Combo hatte schon einen Tag vorher seine Unterdruckpumpe eingebüßt.

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Mitten in der Wüste gab es eine Kinovorstellung vom A-Team, zu welcher Popcorn und Eis gereicht wurde!! Die Truppe hatte dies in einer Kompressorkühlbox seit Spanien im Auto gekühlt.

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Nach abgerissenen Kühlwasserstutzen und stehenden Servopumpen ging es mit allen Fahrzeugen weiter. Auf zum Strand! Wir kamen wieder in bewohntes Gebiet und die Kinder des Dorfes strömten zwischen die Fahrzeuge und erhofften eines der kleinen Geschenke zu ergattern.

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Wir warteten auf die Ebbe und dann kam die Überfahrt der Düne an den Strand. Kurze Instruktion und unser Kurt schoss durch den Weichsand auf den festen Strand. Nachdem alle Fahrzeuge durch waren, ging es einige Kilometer direkt oberhalb der Wasserlinie entlang, bis wir mit Schwung die Fahrzeuge wieder einige Meter oberhalb in den Sand brachten, um dort sicher vor der Flut zu übernachten. Wieder schön die Tajine angefeuert und als Bonus die Chilli-Kracher aus Parsau auf den Grill. Sie haben wirklich bis in die Wüste überlebt!!

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Am nächsten Tag war erstmal Freizeit angesagt, denn der Strand war erst so gegen 15:00 wieder befahrbar. Sonnen, Baden, Reparieren….klasse! Nur das Orga-Team hatte etwas zu tun, da ihre Reifen über Nacht komplett untergraben wurden, so dass die Karossen der Busse auf den Sand auflagen…. Spaßvögel…

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Ich konnte eine kleine Runde mit einer Crossmaschine durch die Dünen drehen, der Tag war gerettet….

Dann ging es los. „Seht zu, dass ihr nicht zu viel Wasserkontakt auf der Strecke habt!“
Der Ozean gab einen schmalen Streifen am Strand frei, und wir nahmen Aufstellung. Da ich gestern entspannt am Strand gefahren war, setzte sich Almuth für die zweite Etappe am Strand hinter das Steuer. LOS!

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Circa 20km Strecke galt es zu bewältigen. Kurt nahm Anlauf und schon nach wenigen Metern war klar, dass es anders ist als gestern. Der Strand war an vielen Stellen weich, bzw. das Wasser noch sehr weit oben. Schon nach kurzer Zeit konnten wir mit Schwung an den ersten stecken gebliebenen Fahrzeugen vorbei rauschen. Vollgas im 2. Gang für die ersten Kilometer. Kurt fing an zu schwitzen: 105 Grad Wassertemperatur… Heizung voll auf und alles fing sich wieder. Jede Gelegenheit etwas Leistung rauszunehmen wurde genutzt und die Strecke blieb spannend. Und kein Wasserkontakt war nur ein Witz….. Scheibenwischer waren fast immer an!

Runter ins Wasser um Steckenbleiber zu umfahren, oder mit Schwung oben am Strand vorbei. Pilotin und Co-Pilot waren konzentriert, hielten Ausschau nach der besten Linie, schossen am Ende nochmal durch den weichen Sand, um vom Strand wegzukommen und beendeten diese Passage schließlich ohne Probleme….

Es waren noch nicht viele Fahrzeuge da und jeder wurde bejubelt. Der Mond und zusätzlich auflandiger Wind machten die Fahrt am Strand schwieriger als erhofft.
Lohn war anschließend, dass wir gefragt wurden ob der T4 Allrad hätte und den richtigen Applaus gab es als sich Almuth als Fahrerin outete. Wir waren happy.

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Zwei Fahrzeuge wurden an den Haken genommen: Der tiefergelegte Lupo hatte sich etwas weit ins Wasser gewagt und ein Mitsubishi hat seinen Riemen abgeworfen… Umgebogene Unterfahrbleche wurden direkt gerichtet.

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Der Reifendruck blieb niedrig und wir bewegten uns im Konvoi vom Strand weg. Harte Waschbrettpisten forderten noch einen Reifen inklusive Felge. Dann wurden alle Reifen aufgepumpt und wir machten uns im Dunkeln auf den Weg zum Campingplatz….

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Nun haben wir nach einem Ausflug durch den wilden Strassen- und Marktverkehr der Hauptstadt  Nuakschott ein nettes Lokal (mit WLan) gefunden, und schreiben hier bei leckerem Essen diese Zeilen… Morgen geht es früh auf in den Senegal.

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7 Gedanken zu „Ab durch die Wüste!

  1. Es ist schön bei eurem Abenteuer dabei sein zu können. Es ist wirklich super schön geschrieben. Euch weiterhin gutes gelingen und passt auf euch auf. Freu mich schon auf euer nächstes Abenteuer.

    Alles alles Gute

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