Besichtigung der Projekte

Nun waren wir in Gambia angekommen und es stand einiges auf dem Plan. Als erstes gab es ein kurzes Briefing im Hauptquartier der DBO. Neben der Versteigerung der Fahrzeuge gab es als die Möglichkeit an 2 unterschiedlichen Tagen 5 von der DBO unterstützten Hilfsprojekte zu besichtigen.

Allein die Anfahrt auf das Gelände war ungewohnt. Es ging eine ca 200m lange und unebene Sandpiste entlang. Alle Kinder dieser Strasse nahmen sich jedes der deutschen Autos vor und hofften eines der europäischen Mitbringsel zu ergattern. Mehr als 5 Kinder pro Seite liefen in einem Affenzahn neben unserem Bus her und riefen uns lauthals ihre wenigen deutschen Worte entgegen. Der Rest klopfte an die Hecktüren oder fuhr auf der Stossstange bis zum Tor mit. „Beklemmend“ ist vielleicht das richtige Wort dafür.

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Nach dem informativen Briefing mussten wir Kurt noch auf- bzw. ausräumen, denn die mitgebrachten Hilfsgüter waren für die letzten 3 Wochen Reise tief unter unserem doch so bequemen Kingsize-Bett versteckt. So waren wir früh auf dem Gelände der DBO und packten erstmal aus. Die Hilfsgüter konnten in einen bereitgestellten Container gestellt werden wenn man nicht selbst zu den Projekten fahren wollte…aber wir wollten ja.
Nachdem wir alles für den Container, die Lkw-Werkstatt, unser Hotelzimmer und die jeweiligen Projekte sortiert hatten, waren wir auch schon einmal gar gekocht. Wir brachten schnell einiges ins Hotel und fuhren dann ein wenig durch die wuselnden Gassen. Sehenswert: Früchte, Obst, Hello-Kitty-Fahrräder, grosse Reifen, kleine Reifen, mit und ohne Felge, Kühe, Holzkohle, Brennholz, Ziegen, Alu-Fenster, Nähzeug, Auto- und Mopedwerkstätten, Geldautomat, Metallbau, frisch produzierte Steine….das nur waren die ersten 100m, und alles scheint direkt vor Ort hergestellt zu werden…

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Überall komplett aufgebrauchte Autos als Lieferwagen, Taxi, Familienkutsche etc.! TÜV? Keine Chance! Viele alte Mercedes dominieren, überwiegend als Taxi genutzt, das Strassenbild und lassen bei jeder Beschleunigung eine derart schwarze Wolke stehen, dass die Feinstaub-Diskussion hier noch in sehr weiter Ferne zu liegen scheint.

Am Abend gab es lecker Barbecue im Blue-Kitchen und der Tag war schnell vorbei.

Am kommenden Morgen freuten wir uns auf den Ausflug und fuhren die Strecke mit unserem eigenen Fahrzeug. Als erstes erreichten wir das Aufklärung- und Krankenhausprojekt in Gunjur. Ein Projekt, welches sich aus einer kleinen Behandlungsstation über die Jahre zu einer der wichtigsten Anlaufstellen in dieser Region entwickelt hat. Wie uns erklärt wurde, werden hier neben der Krankheits- und Wundversorgung in der Regenzeit bis zu 150 Malaria-Patienten am Tag behandelt. Es gibt lediglich eine Registrationsgebühr von 25 Dalasis (ca. 60 cent) und die weitere Behandlung bis zur Genesung ist für die Patienten kostenfrei. Während man den Leiter der Station reden hört kreisen die Gedanken…wow, was machen die hier jeden Tag!!

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Weiterhin wird ein grosses Tabu-Thema hier aufgegriffen. Es gibt einen Schulungsraum über sexuell übertragbare Krankheiten, Verhütung, frühe Schwangerschaften, etc. um dieses Wissen nicht nur den Betroffenen zu vermitteln, sondern insbesondere diese als Wissensträger in ihre Familien und Freundeskreise zu schicken.

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Ein Gebäude mit einem „Skill-centrum“ gibt es ebenfalls. Hier sind gesammelte und gespendete Nähmaschinen aufgebaut, nach denen sich das ein oder andere Technik-Museum in Deutschland die Finger lecken würde. Die Frauen lernen hier die das Nähen. Durch das Verkaufen die Stücke wird neues Lernmaterial gekauft.

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Nun waren wir in der tollen Situation, durch Almuths vorherige Abstimmung mit dem Leiter hier vor Ort und der darauf wirklich umfangreichen Sachspende durch Frau Fuldner-Moser als Besitzerin der Fauna & Flora-Apotheke in Oebisfelde, ganz gezielt unseren Beitrag zu leisten. Es war grossartig, dass es die Zeit gab, die mitgebrachten Blutdruckmessgeräte und Vernebeler, sowie das hochwertige Verbandsmaterial persönlich zu übergeben. Und noch einmal grossartiger war es auch dem Auspacken bestätigt zu bekommen, dass dieses hier wirklich benötigt wird. Nochmal vielen Dank nach Oebisfelde bzw. Wolmirstedt.

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Mit diesen Eindrücken ging es weiter zur Kobisala-School nach Sanyang. Was hier mit einem kleinen Schulprojekt für die Schüler des „Kindergarten“ begann ist mittlerweile wirklich gross geworden. In Gambia beginnt die Schulpflicht der Kinder ab 7 Jahren. Eine grosse Problematik ist hierbei, dass in englisch gelehrt wird, jedoch nur wenige der Kinder bis zu diesem Zeitpunkt diese Sprache beherrschen. Somit bleiben viele auf der Strecke, da sie den vermittelten Inhalte nicht folgen können. Hier wurden Kinder ab dem Vorschulalter betreut und mit ihnen gearbeitet.

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Nach jedem Jahr konnte die Schule bisher um einen Klassenraum erweitert werden, um wiederum mit den Kleinsten zu beginnen und die bisherigen Schüler weiter betreuen zu können. Wir lernten einiges über das Schulsystem in Gambia und die Pläne dieser Schule. Als kleine Unterstützung konnten wir dem Schulleiter einen der mitgebrachten Erste-Hilfe-Rücksäcke übergeben, welcher mit Freunde entgegengenommen wurde.

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Dann ging es auf zum nahegelegenen Strand. „Paradise-Beach“…der Name passt. Ein paar bequeme Liegen am weitläufigen Strand, Palmen und ein nettes Restaurant liessen uns dort für einige Zeit relaxen. Wir stärkten uns mit dem „Catch of the day“ und genossen die kurze Pause.

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Etwas später stand das angekündigte Fussballspiel auf dem Plan. Gambia gegen Deutschland. Es war später Nachmittag als sich die Mannschaften auf dem (Tief-)Sandplatz gegenüber standen. Die spontan zusammengewürfelte Truppe der Rallye in Blau gegen die Heimmannschaft in Rot/weiss. Nach einem ehrgeizigen Spiel auf beiden Seiten endete das Spiel 4:3 für Gambia….war es der Heimvorteil??

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Ein großer Teil der Rallyetruppe fuhr anschliessend mit zu einem der Organisatoren auf ein gemütliches Grundstück und liess den Abend bei Feuer, einem Bierchen und netten Gesprächen ausklingen. Die geliebte als auch gefürchtete „Einsande-Liste“ wurde für einen guten Zweck versteigert und erziele einen Erlös von über 300,-€.

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Wir bekamen noch eine kurze Führung über das Gelände und sind uns einig, dass man es so gut in Gambia aushalten kann. …wer wie wir nicht weiss, wo die CashewNüsse herkommen sollte dieses nachholen und einmal den Saft einer dieser Früchte probieren…lecker!

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